Kategorie-Archiv: Allgemein

Reichelsdorfer Keller
Over and Out

Sehr geehrte Fans, Liebhaber und Freunde der Radrennbahn am „Reichelsdorfer Keller“

Treue Helfer, Veranstalter und Sportler des „Schwarz Metall Cup“ beenden die Saison unter Flutlicht

Mit diesem Bild möchte ich eine wunderbare Saison beenden und für den Besuch und das Interesse danken. Keine einzige wetterbedingte Absage, viele tolle Rennen und eine spannende Deutsche Meisterschaft der Steher. Das I-Tüpfelchen waren wieder einmal die MittwochAbendRennen. So soll es sein. So sollte es sein.

Die Zeit aber holt uns ein, Sie haben es sicher schon vermutet und die Medien berichten darüber seit der Sitzung des Stadtplanungsausschusses am 12. Oktober. Wir müssen den Fakten Tribut zollen und das Ende des Ovals (O-Ton der Boardtracker:“ Der geilsten Rennbahn der Welt“) ankündigen.

Bericht in der NN vom 13.10.2017

Auch das Fernsehen war schon da

Das Ende einer Ära – Radrennbahn in Reichelsdorf wird abgerissen

Weitere Steherrennen zu veranstalten wäre gegenüber Sportlern und Zuschauern grob fahrlässig. Aus Gründen der Vernunft müssen wir diesen Weg gehen, eine Sanierung der bestehenden Anlage ist aus wirtschaftlicher Sicht nicht tragbar. Öffentliche Gelder würde es nicht geben und einen mittleren 7-stelligen Betrag kann unser kleiner Verein allein nicht stemmen. Wir haben daher den Weg der Neuerung beschlossen. Für die Stadt und die Bürger in der Metropolregion sicher eine WinWin Situation, es entsteht neuer umweltverträglicher Wohnraum mit Kleingewerbe und eine neue zeitgemäße Arena im Nürnberger Südosten, dem sportlichen Leistungszentrum der Stadt. Wir planen auch weiterhin Steherrennen und, ein Novum, Sechstagerennen auf einer dann 250 Meter-Bahn. Zumindest für den süddeutschen Raum wollen wir Leistungszentrum für den Radsport zu werden. Für die treuesten unserer Fans und Bewohner der Region sicher ein tiefgreifender Einschnitt und Verlust einer langen Tradition. Aber nach 114 Jahren faszinierendem Spocht müssen wir das Ende einläuten.

Wir verabschieden uns nun in die Winterpause und ziehen uns zur Beratung zurück. Wie es weiter geht entscheiden auch die Mitglieder. Wir werden versuchen dem Bahnsport so lange es geht eine Plattform zu geben und unsere Mittwochabend Rennserie aufrecht zu erhalten.

Ich wünsche allen eine gute Zeit, bleiben Sie uns gewogen. Es bleibt spannend. Über den Stand der Dinge werde ich aktuell berichten.

Horrido, T o r s t e n S e e l e r

Am 22. Oktober und 5. November finden wie geplant die Rennen des AAN-Cross-Cup statt.

Der Bericht der Nürnberger Nachrichten vom 12. Oktober im Zitat:

Die Radrennbahn am Reichelsdorfer Keller ist in die Jahre gekommen, eine Sanierung lohnt sich nicht mehr. Der Besitzer der Anlage, der „Verein Sportplatz Nürnberg 1903“, wird an anderer Stelle ein Velodrom schaffen: im Sportpark Langwasser. In Reichelsdorf entsteht derweil ein neues Wohnquartier.

15.000 Zuschauer bejubelten einst die Radsportler in der Arena, die der „Verein Sportplatz Nürnberg 1903“ im Jahr 1904 in Reichelsdorf errichten ließ. Doch längst ist die Bausubstanz marode, die Bedingungen sind für modernen Radsport nicht mehr zeitgemäß. Zudem fehlt ein Dach, das Training und Wettbewerbe das ganze Jahr über möglich machen würde. Der Verein hat sich deshalb entschlossen, die Anlage abreißen zu lassen.

Gemeinsam mit einem Investor, der Nürminger Group, will er in Langwasser eine Radrennbahn bauen – ein Velodrom mit einem 250 Meter langen Rundkurs aus Holz in einer geschlossenen Halle. Schulbürgermeister Klemens Gsell, der das Vorhaben sehr begrüßt, hat den südöstlichen Teil des Sportparks Langwasser vorgeschlagen. Die Flächen dort gehören dem Freistaat Bayern.

Am Donnerstag, 12. Oktober, beschäftigt sich der Stadtplanungsausschuss des Stadtrats mit dem Thema Velodrom, für das der Bebauungsplan geändert werden muss. Auf der Tagesordnung steht dann auch die Frage, was aus dem alten Rennbahn-Standort in Reichelsdorf wird.

Grünfläche von 7000 Quadratmetern

Dort soll nach Plänen des Vereins neuer Wohnraum mit bis zu 165 Einheiten entstehen: 140 Einheiten in Mehrfamilienhäusern und bis zu 25 als Eigenheime. Auch eine Kindertagesstätte sowie kleine Läden und Dienstleister werden berücksichtigt. Autos sollen in Tiefgaragen verschwinden, das neue Quartier soll weitgehend autofrei bleiben, die Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel ist gut. Von den Grünflächen will man 7000 Quadratmeter erhalten, was einem Viertel der Gesamtfläche entspricht.

Für die Planung wird der Verein im Jahr 2018 mit Unterstützung der Stadt einen Ideenwettbewerb durchführen. Sieben Planungsteams aus ganz Deutschland wurden eingeladen, städtebauliche Entwürfe einzureichen

Saisonende am Keller

Fritz Neuser persönlich hat das Saisonende am „Reichelsdorfer Keller“ angeschossen. Es war ihm anzumerken wie viel Vergnügen es ihm bereitet im Kreise von Freunden einen schönen Nachmittag zu verbringen. Fritz, danke für den Tag und bleib gesund.

Am Stockerl gab es einige Überraschungen auf den Etagen:

Den „B-Lauf“ hat souverän Schwerdti „nach Hause“ gefahren.

Bei den A-Läufen gab es eine kleine Überraschung: Thomas Steger wurde mit Thomas Ruder nach einem starken ersten Lauf Dritter im Gesamtklassement. Die Plätze eins und zwei machten aber die Steher des RK Endspurt 09 Cottbus unter sich aus, diesmal hatte Franz Schiewer die Nase vor Stefan Schäfer. Guiseppe Atzeni konnte seiner Favoritenrolle nicht so ganz gerecht werden. Wir wünschen allen unseren Startern eine erfolgreiche EM.

Die Rennbahn am Reichelsdorfer Keller verabschiedet sich nun in den Winterschlaf.

Ab dem 8. Oktober starten wir eine weitere Cross-Cup-Serie.

Wie es weiter geht entscheiden wir in aller Ruhe wie gewohnt über den Winter.

Bleiben Sie uns treu, wir versuchen das Beste.

Saisonabschluss am Sonntag

Haben Sie Fragen zum Ablauf?

Sind Sie unsicher wegen des Wetters?

0171 2231411

 

Werte Steher Fans und Freunde des Radsports,

am Sonntag, den 24. September ist es soweit, wir beenden die diesjährige Stehersaison am Keller. Neben einem illustren Fahrerfeld mit vielen amtierenden und ehemaligen Champions bieten wir ein schönes Rahmenprogramm.

Starterfeld „Großer Preis der Scuderia Neuser“:
1 Schäfer, Stefan, Cottbus / Bäuerlein, Peter, Nürnberg
2 Atzeni, Guiseppe, Schweiz / Dippel, André, Bielefeld
3 Schiewer, Franz, Cottbus / Gessler, Gerd, Bielefeld
4 Steger, Thomas, Nürnberg / Ruder, Thomas, Nürnberg
5 Retschke, Robert, Aachen / Ehnert, Holger, Chemnitz
6 Puttini, Roberto, Schweiz / Puttini, Roberto, Schweiz
7 Kuban, Marcel, Nürnberg / Fuchs, Johannes, Nürnberg
8 Filip, Jakub, Tschechien / Schwarz, Frank, Nürnberg
9 Schwerdt, Christoph, Herpersdorf / Schwarz, Frank, Nürnberg
10 Riedel, Alexander, Heidenau / Fahrt, Jürgen, Nürnberg
11 Schönberger, Torsten, Chemnitz / Ehnert, Holger, Chemnitz
12 Fleischmann, Philipp  / Puschmann, Jan,  beide Herpersdorf
13 Hinson, Austin, USA / Fuchs, Johannes, Nürnberg
14 Clauss, Marc, Herrmann Radteam / Ruder, Thomas, Nürnberg
15 Passenheim, Christian, Solingen / Gessler, Gerd, Bielefeld
16 Woda, Roman, Wendelstein / Dippel, André, Bielefeld

Zeitplan:
2 A-Läufe über 30 km, B-Lauf 40 km
14:20 Beginn
14:20 Startaufstellung 1. A-Lauf 30 km
14:25 Motoren auf die Bahn
14:30 Start 1. A-Lauf 30 km
15:00 Rahmenprogramm/Pause
15:10 Startaufstellung B-Lauf 30 km
15:15 Motoren auf die Bahn
15:20 Start B-Lauf 40 km
15:55 Rahmenprogramm/Pause
16:05 Startaufstellung 2. A-Lauf 40 km
16:10 Motoren auf die Bahn
16:15 Start 2. A-Lauf 40 km
16:45 Ziehung Tombola Siegerehrung
16:55 Ende der Veranstaltung

Giuseppe Atzeni gewinnt Shwarz-Metall-Cup

Giuseppe Atzeni gewann „Schwarz-Metall-Cup“ der Steher

Es war mal wieder ein toller Renntag, super Wetter, viele begeisterte Zuschauer und ein Beiprogram zum Zunge schnalzen. Noch kurz vor Rennbeginn bildeten sich lange Schlangen an den Kassen. Das macht Mut für die nächsten Veranstaltungen.

Reichelsdorfer Keller – Mit zwei souveränen Laufsiegen holte sich  Giuseppe Atzeni verdient den Gesamtsieg beim „Schwarz-Metall-Cup“ der Steher am Reichelsdorfer Keller. Der dreifache Europameister aus der Schweiz verwies den bayerischen Stehermeister Thomas Steger (RV Union 1886 Nürnberg) und Vize-Europameister Franz Schiewer ( Cottbus) sicher auf die Plätze. „ Ich war selbst etwas überrascht, dass es heute bei mir so gut lief“, sagte der bereits 39-Jährige aus Siebnen am Zürichsee, dessen Schrittmacher René Aebi sich von den fränkischen Steherfans verabschiedete: „ Nach fast 40 Jahren auf dem Motorrad muss eben auch einmal Schluss sein“, sagte der 71-jährige Routinier aus Arbon, der als Schrittmacher zwei Europameisterschaften , acht Schweizer Meistertitel und sechs Weltpokal-Rennen gewann!

Das Stockerl, davor Werner Schwarz, Andreas Zentara

und der „Sani Engel“

Bereits im ersten Lauf über 30 Kilometer begeisterten die neun Gespanne mit sehr zahlreichen und schönen Positionskämpfen die treuen Steherfans. Vor allem der Aachener Robert Retschke zeigte mit seinem Chemnitzer Schrittmacher Holger Ehnert enormen  Kampfgeist. Mit Bayernmeister Thomas Steger, der von seinem Nürnberger Schrittmacher Thomas Ruder perfekt geführt wurde, lieferte sich Retschke spannende Duelle um die Führung. Die größten Resrerven hatte auf den letzten Kilometern des Laufes allerdings Giuseppe Atzeni, der sich in blendender Form präsentierte. Nicht wie gewohnt lief es dagegen bei dem amtierenden Europa-Meister Stefan Schäfer, der in beiden Läufen diesmal nicht vorne mitmischen konnte. „Nach einer kurzen Rennpause fehlt mir derzeit einfach der richtige Schwung“, stellte Schäfer bereits nach dem ersten Lauf fest. Der vierfache Deutsche Meister und sein Nürnberger Schrittmacher Peter Bäuelerin bleiben jedoch otpimisitsch. „Bis zur EM, die im Oktober in Berlin stattfindet, wird Stefan sicher wieder zu seiner gewohnt guten Form zurück finden“, erklärte Peter Bäuelerin zuversichtlich.

Erfreulich gut lief es diesmal, vor allem im zweiten Lauf über 40 Kilometer, bei Thomas Steger, der Schäfer in einem mitreißenden Duell sehr früh von der Spitze verdrängte und dann unaufhaltsam seine Führung ausbaute. Die Vorentscheidung des sehr schnellen Laufes fiel 30 Runden vor Schluss als die beiden Ex-Europameister Giueseppe Atzeni und Patrick Kos aus den Niederlanden hinter Steger das hohe Tempo weiter verschärften. Wärend Kos dabei jedoch  sehr schnell auf Platz drei zurückfiel, ging Atzeni zum Anriff auf Steger über. Dem gewaltigen Zwischenspurt des Schweizers war Thomas Steger, der sich wacker wehrte, nicht mehr gewachsen. „Atzeni war klar der Stärkste, er hat verdient gewonnen stellte Thomas Steger neidlos fest und zufrieden fügte er hinzu: „ Ich bin mit meiner Leistung heute zufrieden es lief wesentlich besser als bei der DM vor einigen Wochen“. Zufrieden war am Ende auch Schrittmacher Frank Schwarz. Der ehrgeizige Wendelsteiner, der erstmals zusammen mit Vize-Europameister Franz Schiewer fuhr, führte den Cottbusser geschickt auf Platz drei der Gesamtwertung. „Unsere Verbindung hat auf Anhieb sehr gut geklappt“, strahlten Schiewer und Schwarz nach der Siegerehrung.

Neben einer Tombola, die „Engelein e.v.“ wieder zu Gunsten krebskranker Kinder und deren Familien durchführte, präsentierten die Organisatoren der Oldtimer-Rallye „Altmühl-Classic-Sprint“ den Zuschauern einige ihrer wertvollsten Raritäten.

Seine Abschiedsrunde durfte der Schweizer Schrittmacher René Aebi als Beifahrer in einem der schicken Oldtimer absolvieren. Auch der Nürnberger Schrittmacher Peter Schinner, der seit vielen Jahren vor allem mit fränkischen Nachwuchs-Stehern fuhr, wurde auf die gleiche Weise verabschiedet. Er bleibt dem Verein Sportplatz allerdings als zuverlässiger Mitarbeiter, Helfer und Rennleiter weiterhin erhalten.

René im Bentley auf seiner „letzten“ Runde

Adieu René und Peter

Die Nürmingerbengel mit dem neuen Familienmitglied

Manfred  M a r r

Schwarz-Metall-Cup am 26. August

Liebe Fans des Steher Sports,

am Samstag, den 26. August setzen wir unsere Rennserie 2017 fort. Gute 7 Wochen liegt die Deutsche Meisterschaft zurück, nun wird es wieder lauter am Keller. Werner Schwarz, Schirmherr der Mittwoch-Rennserie, veranstaltet seinen Renntag.

Beginn der Veranstaltung ist um 17:30 Uhr mit den Nachwuchsrennen. Ab 18:00 bieten wir 2 Läufe mit einem illustren internationalen Starterfeld. Neben u.a. dem amtierenden Deutschen- und Europameister kommen weitere Champions der Szene. Auch René Aebi aus der Schweiz mit Guiseppe Atzeni  gibt sich die Ehre.

Es wird auch ein bisschen sentimental werden, mit eben René Aebi und Peter Schinner werden 2 Haudegen offiziell in den Schrittmacher-Ruhestand verabschiedet.

Starterfeld:

1 Schäfer, Stefan, Cottbus / Bäuerlein, Peter, Nürnberg
2 Schiewer, Franz, Cottbus / Schwarz, Frank, Nürnberg
3 Steger, Thomas, Nürnberg / Ruder, Thomas, Nürnberg
4 Atzeni, Guiseppe, Schweiz / Aebi, René Schweiz
5 Kos, Patrick, Niederlande / Kos, René, Schweiz
6 Kos, Christian, Niederlande / Puschmann, Jan, Herpersdorf
7 Retschke, Robert, Aachen / Ehnert, Holger, Chemnitz
8 Kuban, Marcel, Nürnberg / Fuchs, Johannes, Nürnberg
9 Lange, Stefan, Bad Doberan / Schinner, Peter, Nürnberg

Folgenden Zeitplan haben wir für Sie vorgesehen:

17:30 Beginn
17:30 Nachwuchsrennen U11/13/U15/U17 Werbegestaltung Martina Schwarz
17:55 Motoren auf die Bahn
18:00 Start 1. Lauf über 30 km
18:30 Nachwuchsrennen U11/13/U15/U17 Werbegestaltung Martina Schwarz
18:50 Siegerehrung U11/U13/U15 Rennen + Vorstellung Oldtimer
19:05 Motoren auf die Bahn
19:10 Start 2. Lauf über 40 km
19:45 Siegerehrung + Ziehung Tombola
ca. 19:50 Ende
Die angegebenen Zeiten sind nicht bindend. Es kann zu Änderungen kommen!
Startaufstellung + Fahrervorstellung 1. Lauf über 30 km
Startaufstellung 2. Lauf über 40 km

Als Leckerbissen im Rahmenprogramm haben wir einige erlesene Oldtimer für Sie zum bestaunen und fachsimpeln organisiert:

Unter anderem stellen wir Ferrari Lusso 250, Austin 7, Bentley 4, Sieta 300 und Mondial Motorräder aus. Raritäten, die Sie sonst nicht mal bei den üblichen Oldie-Veranstaltungen zu Gesicht bekommen. Hier haben Sie die Gelegenheit, alle Objekte hautnah zu erleben.

Ältestes Exponat wird ein Schrittmacherungetüm mit einem 2,4 Liter Anzani V-Motor von 1920 sein.

Hier eine Vorab-Auswahl:

Kommen Sie zahlreich, wir freuen uns auf Sie!

Schäfer souverän
Deutscher Meister

Stefan Schäfer holte souverän seinen 4. DM-Titel in Folge bei den Stehern

Reichelsdorfer Keller – Ideales Rennwetter, viele begeisterte Zuschauer und ein rasanter spannender Rennverlauf prägten am Samstag am Reichelsdorfer Keller das Bild eines rundum gelungenen großen Renntages. Die 15. Deutsche Stehermeisterschaft auf der Reichelsdorfer Piste wird als großer sportlicher Erfolg in die Analen des kleinen „Verein-Sportplatz“ eingehen. Dafür sorgten die acht Teilnehmer des Endlaufes, die den treuen fränkischen Steherfans ein herrliches DM-Finale über eine Stunde boten, bei dem sich der Cottbusser Stefan Schäfer mit seinem Nürnberger Schrittmacher Peter Bäuerlein souverän seinen vierten Meistertitel in Folge holte, vor Franz Schiewer (Cottbus) mit Schrittmacher Gerd Gessler und dem Vize-Meister des Vorjahres Nico Heßlich (Cottbus) mit Schrittmacher André Dippel.

Alles Gewinner, Sportler vlnr: Gessler, Schiewer, Schäfer, Bäuerlein, Heßlich und Dippel. Gratulanten: Zentara, Anna Nürminger, Jasmin Zentara und Richard Bartsch

Lokalmatador Thomas Steger vom RV Union 1886 Nürnberg konnte leider nicht wie erwartet einen Podiumsplatz erkämpfen. Er verlor nach zwanzig Minuten in einem mitreißenden Duell mit Franz Schiewer die Rolle seines Schrittmachers Thomas Ruder und damit völlig seinen Rhythmus. „Das war heute einfach nicht mein Tag“, stellte Steger zerknirscht fest, nachdem er im Finale den fünften Platz belegte.

Guten Besuch gab es trotz hochsommerlicher Temperaturen bereits am Freitagabend bei den beiden DM-Vorläufen über jeweils 40 Kilometer. Schade nur, dass die Zahl der Teilnehmer mit nur dreizehn Meldungen weit hinter den Erwartungen zurückblieb, wobei außerdem ein Fahrer wegen Erkrankung absagen musste. Ex-Meister Mario Vonfof, Beauftragter des Bundes Deutscher Radfahrer für den Derny- und Stehersport, zeigte sich ebenso wie Bahnchef Andreas Zentara zurecht verärgert: „Da muss etwas geschehen, denn Fahrer und Schrittmacher gibt es ja wesentlich mehr“, sagte Mario Vonhof, der am Samstag seinen 42. Geburtstag feierte. Den 1. Vorlauf, der mit fast 80km/h extrem schnell gefahren wurde, gewann Titelverteidiger Stefan Schäfer in 30:26,0 Minuten vor dem Aachener Robert Retschke. Mit je einer Runde Rückstand folgten Daniel Harnisch (DHfK-Leipzig) und Stefan Lange (Bad Doberaner SV 90) auf den Plätzen. Auch sie hatten sich damit für das Finale qualifiziert. Im zweiten Vorlauf, der mit 33:53,8 Minuten wesentlich langsamer gefahren wurde, war Thomas Steger nicht zu bremsen. Der Lokalmatador verwies Franz Schiewer, Nico Heßlich (beide Cottbus) und Moritz Kase (Gütersloh) rundengleich auf die Plätze. Damit standen die vier weiteren Endlaufteilnehmer fest.

Neben Marcel Kuban (RV Union 1886 Nürnberg) und Christian Passenheim (RV Blitz Barmen), starteten beim „Kleinen Finale“ über 30 Kilometer Christoph Schwerdt, Alexander Riedel (SSV Heidenau), Roman Woda und Jan Puschmann (RC Herpersdorf). Nach 75 Runden/30km verwies Christoph Schwerdt Marcel Kuban und Christian Passenheim sicher auf die Plätze.

Vor dem mit Spannung erwarteten DM-Finale über eine Stunde stiegen einige Promis, darunter Nürnbergs Sportbürgermeister Dr. Clemens Gsell, die einstige Slalom-Weltcup-Siegerin Christa Zechmeister, und die ehemalige Tennis-Weltranglistenspielerin Claudia Porwik für einen guten Zweck in den Sattel. Sie unterstützen damit den Verein „Engelein e.v.“, der Spenden sammelte und eine Tombola zugunsten krebskranker Menschen durchführte. Anschließend gab Mittelfrankens Bezirkstagspräsident und Schirmherr dieser Veranstaltung, Richard Bartsch, seit Jahren treuer Steherfan, den Startschuss für den DM-Finallauf ab.

Titelverteidiger Stefan Schäfer und sein Schrittmacher Peter Bäuerlein nahmen es gelassen, dass sie die achte und damit letzte Startposition gelost hatten. Sie rollten sich in den ersten zehn Minuten völlig stressfrei ein. Ganz anders sah es an der Spitze des Achterfeldes aus. Bereits nach acht Minuten attackierte Thomas Steger, der aus Position vier in den Endlauf gegangen war, den führenden Cottbusser Franz Schiewer. Unter großem Beifall der begeisterten Zuschauer kam es zu einem harten Zweikampf, in dem sich Schiewer, von Schrittmacher Gerd Gessler clever geführt, energisch durchsetzte. Eine erste Vorentscheidung fiel dann nach zwanzig Minuten, als Thomas Steger, dem die Startnummer „13“ offensichtlich kein Glück brachte, erneut Schiewer angriff und dabei böse ins Schwimmen geriet. Auch an Schiewer war der harte Zweikampf nicht spurlos vorüber gegangen. Ganz offensichtlich fehlten ihm die Reserven, als wenige Minuten später der Nürnberger Schrittmacher Peter Bäuerlein den Gashahn richtig aufdrehte und mit Titelverteidiger Stefan Schäfer unaufhaltsam an die Spitze stürmte, die er bis ins Ziel souverän verteidigte. Beim Kampf um die Plätze konnte Schiewer Position zwei erfolgreich verteidigen vor Nico Heßlich, dem Vize-Meister des Vorjahres und dem Aachener Robert Retschke.

Ein souveränes Gespann, Stefan Schäfer und Peter Bäuerlein

Für Stefan Schäfer, bei dem im August die Abschluss-Prüfungen zum Polizeikommissar bevorstehen, war es der vierte Steher-Titel in Folge. Ein bisher einmaliger Rekord im deutschen Stehersport, dem selbst der Bochumer Steherlegende Walter Lohmann bei insgesamt zehn Meistertiteln versagt blieb. Dass Stefan Schäfer in allen Ausdauer-Disziplinen des Bahnradsports zur absoluten deutschen Spitzenklasse zählt, beweist eindrucksvoll seine außergewöhnliche Erfolgsbilanz: Viermal wurde er deutscher Meister mit dem Bahnvierer, zweimal in der Einer-Verfolgung, je einmal im Zweier-Mannschaftsfahren und bei den Derys – zusammen mit seinen vier Erfolgen als Steher gewann er bisher zwölf deutsche Meisterschaften! Der Ehrgeiz des 31-jährigen Allrounders ist trotzdem ungebrochen. Sein nächstes großes Ziel hat Stefan Schäfer fest im Auge: „Natürlich möchte ich heuer in Berlin auch meinen Titel als Steher-Europameister erfolgreich verteidigen“. Der gleichen Meinung ist auch sein routinierter Schrittmacher Peter Bäuerlein, der am Samstag nach drei DM-Titeln mit dem Berliner Florian Fernow (2012-2014) am Samstag seine siebte DM in Folge gewann!

Bahnchef Andreas Zentara, seine fleißigen Vereinsmitglieder und ehrenamtlichen Mitarbeiter haben großes Lob verdient und auch erhalten: „Wir haben in Nürnberg wieder eine großartige deutsche Stehermeisterschaft erlebt“, schwärmte der BDR-Vize-Präsident Udo Sprenger aus Wiesbaden.
Besonderer Dank gilt auch der Familie Nürminger (Nürminger Group), welche die Deutsche Meisterschaft durch ihr Engagement und das Sponsoring erst ermöglichte!        

Manfred Marr