Toni!
Alles Gute zum 80sten

Der langjährige Bahnchef Anton „Toni“Auer, feiert heute, am 2. Februar seinen 80. Geburtstag

Toni in Action am Keller

Reichelsdorfer Keller – Als 14-Jähriger fuhr Anton Auer 1951 sein erstes Radrennrennen – das er prompt gewann. Seitdem ist der gebürtige Münchner, der am am 2. Febrruar seinen 80. Geburtstag feiert, Radsportler mit Leib und Seele. In den 1950er-Jahren zählte er als zweifacher Deutscher Meister zur Nationalmannschaft und zur deutschen Spitzenklasse unter den Bahnspezialisten. Auch nach dem Ende seiner erfolgreichen Karriere blieb der Radsport für Anton Auer die „wichtigste Nebensache“. Mit seiner reichen Erfahrung engagierte er sich fünf Jahrzehnte unermüdlich für den fränkischen Radsport. Als Vorsitzender des ältesten bayerischen Radsportvereins „RV Union 1886 Nürnberg“ (1970 bis 1982) und als langjähriger Bahnchef der Reichelsdorfer Rennbahn (1986 bis 2005) und hat der Jubilar, der auch viele Jahre als Funktionär für den Bayerischen Radsport-Verband im Einsatz war, ein großes Stück der der heimischen Radsportgeschichte mitgestaltet.

vier deutsche Meister 1958 auf einer  Ehrenrunde. v.l.n.r. Walter Sonntag, Rudi Altig, Toni Auer und Willi Altig.

An sein erstes Rennen, dass er als Jugendlicher im Trikot des „RV Solitarität München“ fuhr, erinnert sich Anton Auer noch ganz genau: „Es lief auf Anhieb großartig. Noch im gleichen Jahr wurde ich in Augsburg südbayerischer Meister“, erzählt der Altmeister stolz von seinem erfolgreichen Einstand. Nach zwei Rennjahren, in denen er auch als Junior zahlreiche Siege errang, wechselte Anton Auer zum „RV Sturmvogel München“, für den er 1954 die Deutsche Straßenmeisterschaft der A-Jugendklasse gewann! Trotz zahlreicher Erfolge bei Straßenrennen konzentrierte sich Anton Auer in den folgenden Jahren als spurtstarker Amateur auf den Bahnrennsport. Als perfekter Bahnspezialist zählte er, wie damals auch Rudi Altig, zur deutschen Bahn-Nationalmannschaft. 1958 krönte Anton Auer seine erfolgreiche Karriere mit dem Deutschen Tandem-Meistertitel, den er auf der Frankfurter Stadion-Bahn mit seinem Partner Walter Sonntag erkämpfte. Ab 1959 war der vielseitige Allrounder auch als Profi einer der besten deutschen Sprinter. Bei der DM gewann er die Bronzemedaille hinter Werner Potzernheim (Hannover) und Günther Ziegler (Schweinfurt). 1960 nahm Anton Auer in Nürnberg an einen Steherlehrgang teil und fuhr als Steherneuling zwei Jahre begeistert hinter Motoren. Bei seinen zahlreichen Starts in Nürnberg lernte er Charlotte Ruder vom RV Union kennen, die er 1962 heiratete. Nach dem Ende seiner erfolgreichen Karriere war es für den Wahl-Nürnberger selbtverständlich, dass er sich beim RV Union engagierte: Dreizehn Jahre leitete er als 1. Vorsitzender den Traditionsverein , der unter seiner Regie stets zu den erfolgreichsten in Bayern zählte.

Seine größte Aufgabe übernahm Anton Auer 1986, als er zum 1. Voristzenden des „Verein-Sportplatz“ und damit zum Bahnchef am Reichelsdorfer Keller gewählt wurde. Als Nachfolger des unvergessenen Nürnberger Altmeisters Fritz Scheller, brachte Anton Auer damals frischen Wind in die jahrzehntelang eingefahrenen Strukturen. Mit kaufmännischem Geschick und guten Management sorgte er für die notwendige Sanierung der Vereins-Finanzen und leitete umsichtig die Verwaltung, sowie die Instandhaltung der Piste und der Vereins-Gaststätte. Eine sehr umfangreiche und zeitraubende Aufgabe, die für den selbständigen Kaufmann im Laufe der Jahre fast zum Fulltime-Job wurde. „Die Rennbahn ist mein zweites Zuhause“, erklärte Anton Auer damals oft, der Jahr für Jahr den größten Teil seiner Freizeit für sein Ehrenamt opferte und dafür sorgte, dass sich „am Keller“ weiterhin die Räder drehten. Das umfangreiche alljährliche Rennprogramm der traditionsreichen Piste konnte sich während Auers Amtszeit sehen lassen. Frankens Radsportfans wurden in jeder Saison fünf gut besetzte Steher-Rennen, darunter vier Deutsche Meisterschaften, geboten!

Es fiel Anton Auer nicht leicht, als er 2006 aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr für das Amt des 1. Vorsitzenden und Bahnchefs kanditeren konnte. Doch mit Andreas Zentara, den er rechtzeitig und schrittweise an viele Aufgaben heranführte, hatte Auer einen kompetenten Nachfolger gefunden, der mit ebenso großer Begeisterung die Führung des Vereins und des Rennbetriebes übernahm. Von zwei weiteren Schlaganfällen hat sich Anton Auer – mit gewissen Einschränkungen – einigermaßen erholt. Wann immer es seine Gesundheit erlaubt, ist er bei den Rennen „am Keller“ mit Ehefrau Charlotte als begeisterter Zuschauer zur Stelle. Dass die Radrennbahn – die ihn soviele Jahre am Herzen lag – am Ende dieses Jahres abgerissen werden soll, sieht Anton Auer zwar mit Wehmut, doch er ist überzeugt davon, dass man sich beim Verein Sportplatz für den richtigen Weg entschieden hat. „Man kann die Zeit nicht zurück drehen und man muss auch an die Zukunft denken“, sagt der Jubilar, der hofft, dass das geplante Projekt einer 250m-Hallenbahn zügig und erfolgreich verwirklicht werden wird.

Manfred M a r r

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