Wir wünschen unserem Gönner FRITZ NEUSER alles Gute zum 85sten

Nürnberg – Fritz Neuser – einst 12-facherDeutscher Meister des RC Herpersdorf – feierte am 14. April seinen 85. Geburtstag! Das Wort „Ruhestand“ scheint für ihn allerdings nach wie vor ein Fremwort zu sein: Noch immer ist der erstaunlich rüstige Jubilar in seiner „Scuderia-Auto-Neuser“ täglich ab 9.00 Uhr unermüdlich im Einsatz. Er kauft und verkauft edle Oldtimer, die er mit seinem Team liebevoll restauriert. In seinem Geschäfsträumen in der Nürnberger Nordstadt präsentiert Fritz Neuser eine außergewöhnliche Ausstellung erlesener Sammler-Fahrzeuge, bietet Liebhabern von exclusiven Klassikern Reparaturen und hält viele seltene Ersatzteile parat. „Es motiviert mich immer wieder aufs neue, wenn ich sehe, dass die Kunden gerne zu mir kommen und mir vertrauen. Meine Arbeit ist mein Lebenselixier und sie macht mir noch immer großen Spaß“, schwärmt der Herpersdorfer Ex-Meister, der in den 1950er-Jahren mit ebenso großen Ehrgeiz als Radsportler erfolgreich imSattel saß. Mit 337 Siegen, die er 1948 bis 1956 auf Bahn und Straße erkämpfte, ist Fritz Neuser bis heute noch immer der siegreichste Fahrer des einst größten deutschen Radsportvereins RC Herpersdorf.

Fritz Neuser im Jahre 1948

Fritz Neusers großer Mäzen, der unvergessene Sportleiter Andreas Egerer, erkannte 1948 als Erster das große Ausnahmetalent des ehrgeizigen jungen Neulings, der auf Anhieb zur deutschen Spitzenklasse zählte. Bei seiner ersten der Bahn-DM in Aachen wurde Fritz Neuser 1949 als 17-Jähriger Vierter der deutschen Sprintermeisterschaft und bei der Meisterschaft im Strassenfahren verpasste mit großem Pech als Vierter nur ganz knapp einen begehrten Platz auf dem Treppchen! In Bayern hatte Fritz Neuser in der A-Juhgendklasse kaum einen Gegner zu fürchten, bundesweit gehörte er zu den Besten! Auch nach seinem Wechsel in die Klasse der Amateure war Fritz Neuser ein absoluter Senkrechtstarter: Mit 18 Jahren eilte er bei Straßen- und Rundstreckenrennen von Sieg zu Sieg und zusammen mit Gotthart Dinta, Günther Andrea und Hans Schwab holter er in neuer Rekordzeit die DM im Bahn-Vierer. Noch erfolgreicher verlief für Fritz Neuser das folgende Jahr. Erneut gewann er mit dem Herpersdorfer Vierer souverän den Bahn-Meistertitel und ebenso die Mannschafts-DM auf der Strasse über 100 Kilometer! Konrad Schwab , der damalige 1. Vorsitzende und Sportleiter Egerer waren völlig aus dem Häuschen, als auch die Jugendmannschaft des RCH den Strassen-Titel klar gewann und Profi-As Georg Voggenreiter im gleichen Jahr auch noch die deutsche Sprintermeisterschaft für den RC Herpersdorf erkämpfte. Vier deutsche Meistertitel in einem Jahr für einen Verein – das hatte es im deutschen Radsport bislang noch nie gegegen. Der kleine Nürnberger Vorort Herpersdorf , der damals noch zum Landkreis Schwabach zählte, wurde als die „große deutsche Radsport-Hochburg“ gefeiert. Bundespräsident Thoedor Heuß verlieh dem RCH 1951 das Silberne Lorbeerblatt, die höchste Auszeichnung der Bundesrepublik für außergewöhnliche sportliche Leistungen!

 

Fritz Neuser, der inzwischen auch als Nationalfahrer auf Bahn und Strasse vielseitig eingesetzt wurde, ging 1952 als mehracher deutscher Meister neue Wege. Mit dem schnellen Münchner Bahnspezialisten Franz Kösselsdörfer, gewann er in München den Meistertitel auf dem Tandem. Ein weiterer Meistertitel folgte auf der Münchner Piste mit dem Bahnvierer des RC Herpersdorf, in dem nun Franz Bittner statt Günther Andrea mit Neuser, Schwab und Dinta fuhren. Absoluter Höhepunkt des Rennjahres 1953 waren die deutschen Bahnmeisterschaften auf der Radrennbahn in Köln-Müngersdorf. Auch hier wurden die „Heperer“ , wie man sie damals nannte, ihrer Favoritenrolle gerecht. Der Bahnvierer , in dem nun neben Neuser und Bittner Heinz Weltrowski und Georg Singer fuhren, marschierte unter der Regie des Kapitäns Fritz Neuser unaufhaltsam zum nächsten Meistertitel! Als Titelverteidiger bewiesen in Köln Fritz Neuser und Franz Knösselsdörfer anschließend, dass sie auf dem Tandem nicht zu schlagen waren.

Fritz Neuser 1951  Sieger beim Statdparkrennen

Mit besonderer Spannung fieberte man beim RC Herpersdorf den deutschen Bahn-Meisterschaften 1954 entgegen, die in Nürnberg-Ziegelstein auf der ASN-Radrennbahn stattfanden. Die DM in der Einer-Verfolgung über 4000m gewann Fritz Neuser unangefochten in aboluter Bestzeit. Mit seinem Vereinskameraden Werner Löw als neuem Partner ging er bei der Tandem-DM an den Start und auf Anhieb holte sich das schnelle Herpersdorfer Duo den Meistertitel. Zwei weitere DM-Titel für Fritz Neuser folgten 1956 mit dem RCH-Bahnvierer und im Zweier-Mannschaftsfahren mit dem Schweinfurter Günter Ziegler. Als zwöffacher Deutscher Meister wollte Fritz Neuser seine Karriere mit einer Medaille bei den olympischen Spielen 1956 krönen und abschließen. Zusammen mit dem damaligen deutschen Sprintermeister Günther Ziegler startete er für Deutschland auf dem Tandem. Doch die beiden Bayern, die als große Medaillenhoffnung galten, hatten riesiges Pech. Nach einem Rempler durch das russische Tandem stürzten Neuser-Ziegler im vollen Speed sehr schwer. Statt der erhofften Mdaillen brachten sie eine Menge tiefer Schürwunden und schmerzhafter Prellungen mit nach hause!

Nach zehn erfolgreichen Jahren beendete Fritz Neuser 1957 seine außergewöhnliche Radsportkarriere und sattelte bald darauf auf vier Räder um. Auch im Motorsport war er sofort sehr erfolgreich: Bei Slalom-, Berg- und Rundstreckenrennen holte er sich im In- und Ausland auf Abarth -ALFA ROMEO GTA und Porsche bei 67 Starts über 52 Siege! Sein Faible für den Motorsport kam ihm zu Gute, als er in Nürnberg am Maxtor sein erstes Autogeschäft als Vertragshändler von Alfa-Romeo eröffnete. Wenige Jahre später folgte der Umzug zum Röthensteig , wo Neuser sich als renommierter Fachhändler der Nobel-Marke Ferarri etablierte und bald zu den umsatzstärksten Händlern Deutschlands zählte. Nach 42 Berufsjahren fand Fritz Neuser vor rund zehn Jahren einen Käufer und Nachfolger für seinen Vorzeigebetrieb. Sein „ größtes Hobby“ wurde nun seine Scuderia-Auto-Neuser, die er am Kleinreuther-Weg eröffnete. Hier widmet sich Friz Neuser bis heute liebevoll ausgewählten Raritäten unter den Klassikern und Sammlerfahrzeugen. „Die tägliche Arbeit mit meinem Team und die Kontakte mit vielen Kunden erhalten mich jung“, erklärt der Jubilar, der dem Radsport als Sponsor des RC Herpersdorf und der Radrennbahn am Reichelsdorfer Keller bis heute eng verbunden blieb.

Manfred M a r r

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