30 Jahre für den Sport, Ilse Lehner-Eckhart

Ilse Lehner-Eckhart –

kämpft seit über 30 Jahren für den Frauen-Radsport

Ilse Lehner-Eckhart

Im Rahmen der alljährlichen Sportlerehrung der Stadt Nürnberg wurden auch diesmal verdiente Sportfunktionäre geehrt. Zu ihnen zählte Ilse Lehner, die als langjährige Frauenwartin des Bayerischen Radsport-Verbandes und des Bezirks Mittelfranken ein großes und sehr erfolgreiches Stück des deutschen Frauen-Radsports mitgestaltet hat.

Als Ilse Lehner-Eckhart vor rund 30 Jahren durch ihre beiden Söhne Mike und Peter zum Radsport fand, war dieser in Deutschland meist noch noch reine Männersache. „Vor allem in Bayern sah die Szene für Radsportlerinnen damals sehr bescheiden aus“, erinnert sich Ilse Lehner, die sich ab 1992 als erste Frauenwartin des Bayerischen Radsport-Verbandes engagierte. Unter Ihrer Regie entstand zwei Jahre später das erste fränkische Frauen-Bundesliga-Team mit jungen talentierten Fahrerinnen, die sich dazu dem Tourenklub Nürnberg angeschlossen hatten. Gemeinsam mit Hans Schleicher aus Karbach und Herbert Oppelt, dem 1. Vorsitzenden des Tourenklubs, sorgte Ilse Lehner-Eckhart in den folgenden Jahren dafür, dass in Bayern immer mehr Rennen auch für Frauen durchgeführt wurden. Der Ausdauer und dem Verhandlungsgeschick von Ilse Lehner Eckhart und Herbert Oppelt war es zu verdanken, dass es bereits ab 1993 beim fränkischen Radklassiker Klassiker „Rund um die Nürnberger Altstadt“ ein zusätzliches Rennen für Frauen gab, das zehn Jahre später den Welt-Cup-Status erhielt!

Ilse bei der Junioren-WM mit Lisa Brennauer 2006

Nach zahlreichen eindrucksvollen Erfolgen ihrer Mädels – einer Deutschen Meisterschaft durch Regina Schleicher und den Bundesliga-Gesamtsieg durch Kerstin Scheitle – gelang es Ilse Lehner-Eckhart und Herbert Ooppelt bereits in den 1990er-Jahren erste Sponsoren für ihre Mannschaft zu gewinnen. Im jahr 2000 entstand mit großzügiger Förderung durch die Nürnberger Versicherungsgruppe das erfolgreiche Frauen-Profi-Team „Equipe Nürnberger“, das 28 Deutsche Meisteritel erkämpfte und mit ihren Weltmeisterinnen Regina Schleicher, Barbara Heeb, Judith Arndt , Oneone Wood und Weltcup-Siegerin Petra Rossner rund zehn Jahre lang zur internationalen Spitzenklasse zählte. Auch während und nach den erfolgreichen Jahren verlor Ilse Lehner-Eckhart nie den Kontakt zur Basis und zu jungen bayerischen Nachwuchstalenten. Eines dieser jungen Talente war die Allgäuerin Lisa Brennauer, die 2005 Junioren-Weltmeisterin wurde und den WM-Titel im Straßenrennen der frauen gewann! Die Ausdauer von Ilse Lehner-Eckhart und ihre kontinuierliche gute Arbeit wurde Jahr für Jahr reichlich mit DM-, WM- und Olympischen Medaillen belohnt! Vom Radsport-Weltverband wurde Ilse Lehner Eckhart 2006 mit demTitel „Volunteer der UCI“ ausgezeichnet.

Neben ihren Einsatz für den Frauen-Radsport war Ilse Lehner Eckhart ab 1988 rund 15 jahre lang auch als Kampfrichterin bei Bahn- und Straßenrennen in der Region im Einsatz, wobei sie bei den Rennen auf der Bahn am Reichelsdorfer Keller stets sehr aufmerksam die Entwicklung der Jüngsten Radsportler verfolgte und begleitete. Ein besonderes Anliegen Lehner-Eckhart´s ist es bisheute, den Radsport noch mehr in den offiziellen Schulsport einzubinden. Für das Projekt „Schulsport auf der Radrennbahn“ pflegte Ilse Lehner-Eckhart seit Jahren enge Kontakte zu Nürnberger Schulen um auf diese Weise Schülerinnen und Schüler für den Radsport zu interessieren. „Es wird leider immer schwerer Mädels und Jungs für unseren schönen aber auch sehr schweren Sport zu gewinnen.“, sagt Ilse Lehner Eckhart, für die es selbstverständlich ist, die fränkischen Vereine bei ihrer Jugendarbeit auf der Radrennbahn am Reichelsdorfer Keller zu unterstützen. Wie die Ilse das bis heute alles schafft ist mir ein Rätsel“, staunt Herbert Oppelt, zumal die 78-jährige Frauenwartin des Radsports derzeit auch noch 1. Vorsitzende des Obst u. Gartenbauvereins Reichelsdorf-Mühlhof und des „Pensionistenvereins Galeria-Kaufhof Nürnberg“ ist. Schmunzelnd verrät Ilse Lehner Eckhart ihr Geheimnis: „Meine umfangreiche ehrenamtliche Arbeit hält mich fit“.

Manfred M a r r

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